Ganztagsgrundschule und Zivilgesellschaft

Von: LEB Baden-Württemberg


Eltern und Schüler stellen Inhalte der Ganztagsgrundschule zur Diskussion: Ganztagsgrundschule soll Kindern Chancen eröffnen und sie individuell fördern

 

Die Ganztagsgrundschule in Baden-Württemberg soll nicht nur Unterricht bieten, sondern sich vor Ort gesellschaftlich auf möglichst vielen Ebenen vernetzen. Dies schlagen der Landesschülerbeirat und der Landeselternbeirat in ihrem am Donnerstag, 02.07.2015, in Stuttgart veröffentlichten Papier "Ganztagsgrundschule und ihre Verankerung in der Zivilgesellschaft" vor. Mitgearbeitet haben daran auch Kooperationspartner aus Kirchen, Sport, Landesjugendverbänden, dem Bereich Musik und die Gewerkschaft verdi.

 

Wenn die Ganztagsgrundschule zu einem Stück Lebenswelt der Kinder werden und nicht nur ein Unterrichtsort bleiben solle, müssten "Land und Kommunen der Versuchung einer billigen Lösung zugunsten der Qualität widerstehen", heißt es in dem Diskussionspapier. Auf der finanziellen Seite müssten für Kooperationen beispielsweise mit Vereinen "landesweit nach ersten Schätzungen mindestens 25 Millionen Euro" eingesetzt werden. Dazu kämen Investitionen für Baumaßnahmen wie eine leistungsfähige Mensa für das Schulmittagessen und erweiterte Raumprogramme.

 

Die Ganztagsgrundschule solle Kindern Chancen eröffnen und sie individuell fördern. Wie das geschehen soll, müsse öffentlich diskutiert werden. Als Beitrag zur Diskussion verstehen Landeseltern- und Landesschülerbeirat ihr Papier. Darin heißt es, dass vor Ort neben Schule, Eltern und Kommune unter anderem auch Religionsgemeinschaften und Jugendverbände ins Gespräch kommen müssen. Die Ganztagsgrundschule brauche ein "Netzwerk der pädagogischen Verantwortung für die ganze Bildung aller Kinder und Jugendlichen", um zu funktionieren.

 

An dem in Stuttgart vorgestellten Diskussionspapier zur Ganztagsgrundschule haben neben Landesschülerbeirat und Landeselternbeirat mitgewirkt die Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Evangelische Landeskirche in Baden, die Evangelische Landeskirche in Württemberg, die Landesarbeitsgemeinschaft Offene Jugendbildung Baden-Württemberg, der Landesjugendring Baden-Württemberg, der Landesmusikrat Baden-Württemberg, der Württembergische Landessportbund und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.